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Fragen und Antworten zur CO2-Abgabe

Das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) wurde im November 2019 im Rahmen des Klimapakets der Bundesregierung verabschiedet. Es ist die Grundlage für einen nationalen CO2-Emissionshandel und führt zu einer Bepreisung der CO2-Emissionen, soweit sie nicht vom europäischen Emissionshandel erfasst sind. Im Jahr 2020 wurde das Gesetz noch einmal überarbeitet.

Gasversorger sind sogenannte Inverkehrbringer nach dem BEHG und müssen für verkauftes Erdgas CO2-Zertifikate kaufen. Dies geschieht in einem nationalen Emissionshandelssystem.

Der Handels-Startpreis von 25 Euro/Tonne im Jahr 2021 entspricht 0,541 ct/kWh (brutto) bzw. 0,455 ct/kWh (netto) für Erdgas.

Die Kosten für den Zertifikateerwerb fließen in die Kalkulation der Gaspreise ein und führen je nach Entwicklung weiterer Preiselemente zur Änderung der Gaspreise.

Die Bundesregierung hat mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (kurz: BEHG) eine Grundlage geschaffen, Emissionen aus Brennstoffen im Wärme- und Verkehrsbereich zu erfassen, die vom bestehenden europäischen Emissionshandel nicht berücksichtigt werden. Dies gilt also insbesondere für Brennstoffe im Wärmemarkt oder im Verkehrsbereich, wie Erdöl, Erdgas, Benzin und Diesel.

  • Die Energiewirtschaft hat ihre CO2-Emissionen gegenüber 1990 schon 2019 um 46 % reduziert und somit das 2020er-Klimaschutzziel von – 40 % früher erreicht als vorgegeben.
  • Die CO2-Bepreisung ist eine neue Systematik im Wärmemarkt1, um Anreize für umweltschonendes Verhalten zu setzen. Mit ihm sollen sich Investitionen in die Reduzierung von CO2 lohnen, z.B. der Umstieg auf eine effiziente Brennwert-Heizung, die Nutzung klimaschonender Gase wie Biogas oder die Nutzung erneuerbarer Energien wie Solarthermie.

Die Einnahmen aus den beiden CO2-Preisen kommen direkt dem Klimaschutz zugute. Mit ihnen finanziert der Bund viele Maßnahmen, wie z.B. Förderprogramme zur Gebäudesanierung. Künftig wird auch die EEG-Umlage mit Einnahmen aus der CO2-Bepreisung gesenkt werden können.

Der CO2-Preis wird genauso wie Steuern und Abgaben in die Energiepreise einkalkuliert. Das kann zu steigenden Energiepreisen führen. Dieser Preisbestandteil ist vom Energievertrieb nicht frei zu gestalten, sondern staatlich vorgegeben.

Der Preis für eine Tonne CO2-Emissionen ist für 2021 mit 25 Euro festgelegt und wird entsprechend des jeweiligen CO2-Ausstoßes, der bei der Verbrennung der Energieträger freigesetzt wird, umgelegt. Auf eine Kilowattstunde Erdgas heruntergerechnet bedeutet dies einen zusätzlichen Preis von ca. 0,54 Cent/kWh (brutto), also rund 10 % der gängigen Erdgastarife. In den Folgejahren steigt der CO2-Preis sukzessive weiter an, bis 2025 auf 55 Euro.

Generell gilt, dass der Vermieter berechtigt ist, über die jährliche Heiz- und Nebenkostenabrechnung die entstandenen Energiekosten auf die Mieter umzulegen. Wenn der CO2-Preis als gesetzlich induzierter Preisbestandteil Einfluss auf die Höhe der Heiz- und Nebenkosten hat, kann sie der Vermieter in der Regel vollständig weitergeben.

Auch bei der Verbrennung von Erdgas im Fahrzeugmotor entsteht CO2. Daher wird auch Erdgas als Kraftstoff einen CO2-Preis erhalten. Dieser wird bei einem Preis von 25 Euro/Tonne CO2 ca. 34 Euro Mehrkosten pro Jahr bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 14.000 km ausmachen.

Bei der Betankung mit Bio-Erdgas (Bio-Methan) fallen diese Mehrkosten allerdings nicht an.

Eigentümer haben zum Beispiel die Möglichkeit, in effiziente und klimaschonende Heiztechnologien zu investieren. Wird die neue Heizung mit einer Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung ergänzt, erhöht sich die jährliche Einsparung der Verbrauchskosten auf rund 1.000 Euro. Zudem gibt es derzeit umfangreiche staatliche Förderungen als Investitionszuschuss für eine neue umweltschonenden Heizung. Alternativ können die entsprechenden Investitionen steuerlich geltend gemacht werden.

Auch als Mieter habe ich die Möglichkeit, Kosten zu sparen, zum Beispiel über richtiges Lüften oder das Senken der Raumtemperatur. Schon die Reduktion von einem Grad Celsius verringert den Verbrauch um ganze 6 % und somit auch die Kosten.

Zusätzlich können die Durchführung eines hydraulischen Abgleiches und die regelmäßige Wartung der Anlage die Effizienz der Anlage erhöhen.

Bis 2025 ist eine kontinuierliche Preisentwicklung festgelegt. Dabei steigt der Preis bis 2025 auf 55 Euro pro Tonne CO2. Ab dem Jahr 2026 werden die sogenannten CO2-Zertifikate gehandelt. Das heißt, in einem gesetzlich vorgegebenen Rahmen von 55 bis 65 Euro wird sich der Preis in einem Markt bilden, in dem CO2-Zertifikate verkauft und gekauft werden können. Ab 2027 sieht das Gesetz keine Festpreise bzw. Ober- und Untergrenzen mehr vor. Die Preisentwicklung für diesen Zeitraum wird von Angebot und Nachfrage bestimmt werden und lässt sich derzeit nicht voraussagen.

Ja, Gas wird auch zukünftig ein sicherer Teil des Energiesystems und ein Energieträger sein, der als Partner der Erneuerbaren Energien zur Erreichung der Klimaziele beiträgt und dabei maßgeblich die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden erfüllt. Erdgas spielt im Wärmemarkt eine große Rolle und Gasheizungen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Im Neubau bietet Erdgas in Kombination mit Erneuerbaren Energien eine vergleichsweise kostengünstige Option der umweltschonenden Energieversorgung.

Im Bestand wird jede zweite Wohnung mit Erdgas beheizt und ermöglicht so bezahlbare und komfortable Wärmeversorgung mit relativ geringen CO2-Emissionen. Da die Gebäudesanierungsrate in Deutschland sehr niedrig ist, wird die Dekarbonisierung im Gebäudesektor zu erheblichen Teilen durch die Umstellung auf CO2-ärmere Energieträger wie Gas vorangetrieben werden. Dazu trägt die CO2-Bepreisung bei. Mit klimaschonenden Gasen und der vorhandenen Infrastruktur wird die Gaswirtschaft den Wärmemarkt zunehmend grüner gestalten.

Berechnung [vorläufig]:

Der „heizwertbezogene Emissionsfaktor beträgt 0,056 t CO2/GJ (gem. Anlage 1 zum Entwurf BeV 2022). Dies entspricht 182 g CO2/kWh auf die brennwertbezogene Kilowattstunde der Erdgasabrechnung. Für 20.000 kWh Jahresverbrauch ergeben sich so 3,64 Tonnen CO2. Multipliziert mit 25 Euro/Tonne kommt man auf die genannten 108 Euro (brutto) Mehrkosten im Jahr 2021.

  • Ziel des Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ist es, einen Beitrag zur Energieeinsparung, zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Umstieg auf erneuerbare Energien im Wärmemarkt zu leisten. Dies dient der Erreichung der nationalen Klimaschutzziele, einschließlich des langfristigen Ziels der Treibhausgasneutralität bis 2050, sowie der Erreichung der Minderungsziele nach der EU-Klimaschutzverordnung.
  • Fossile Brennstoffe mit einem hohen CO2-Ausstoß bei der Verbrennung werden stärker bepreist als solche mit einem vergleichsweisen niedrigen CO2-Ausstoß. Somit soll sich eine Lenkungswirkung entfalten. Hauseigentümer können so die Klimawirkung ihrer Heizung besser einschätzen und sich bewusst für ein klimaschonendes Heizsystem entscheiden. Vermieter können mit innovativen und umweltschonenden Heizungssystemen die Nebenkosten durch niedrige CO2-Bepreisung senken.
  • Mieter mit Gasetagenheizungen haben die Möglichkeit, Tarife mit Bio-Erdgas-Anteil zu wählen.
  • Einnahmen aus der CO2-Bepreisung werden zum Teil an Bürger und Betriebe zurückgegeben (z.B. über ein höheres Wohngeld, eine höhere Pendlerpauschale oder die Senkung der EEG-Umlage). Die Einnahmen, die in den Bundeshaushalt fließen, sollen weiteren Effizienz- und Klimaschutzmaßnahmen zugutekommen. Dies solle eine zusätzliche Lenkungswirkung entfalten, indem die notwendigen Investitionen durch Zuschüsse unterstützt werden (z.B. im CO2-Gebäudesanierungsprogramm)

Die CO2-Bepreisung gilt grundsätzlich für alle Erdgas-Lieferungen an Anlagen, die nicht bereits dem EU-Emissionshandel unterliegen. Davon sind Privathaushalte und Unternehmen betroffen. Allerdings könnten dadurch einige, vor allem energieintensive Unternehmen, an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen. In diesem Fall würden konkurrierende Unternehmen aus Staaten ohne vergleichbare CO2-Bepreisung Marktanteile gewinnen – und dabei womöglich sogar mehr CO2 ausstoßen, als dies bei der Herstellung in Deutschland der Fall wäre. Um dieses sog. Carbon Leakage zu vermeiden und um die betroffenen Unternehmen und deren Beschäftigte zu schützen, wird die Bundesregierung bis Jahresende per Verordnung eine Kompensationsregelung für bestimmte Unternehmen und Wirtschaftssektoren einführen. Als Gegenleistung müssen die Unternehmen ein sog. Energiemanagementsystem einführen und nachweislich Maßnahmen ergreifen, um die Energieeffizienz ihrer Produktion zu verbessern.